Besenreiser behandeln
Kommentare 0

Besenreiser – So behandeln Sie richtig

Besenreiser sind zumeist ein rein ästhetisches Problem, von dem vor allem Frauen betroffen sind. Die kleinen Aussackungen an den Beinen gelten als eine Unterform der Krampfadern (Fachbegiff: Varikosis) und ergeben meist eine netzartige Form. Aufgrund der umfassenden Ursachenforschung wissen Mediziner mittlerweile sehr gut warum Besenreiser entstehen – und wie sie sich behandeln lassen.

Ursache von Besenreisern

Die sichtbaren, sehr feinen Venen erlangten ihren Beinamen als „Besenreiser“ aufgrund ihrem dem Reisig ähnelnden Erscheinungsbild. Im Regelfall treten sie isoliert an einer oder mehrerer Venen auf, ohne aber die darunter liegenden Venen anzugreifen. Am Häufigsten sind sie an den Beinen zu finden, beispielsweise am Oberschenkel oder Innenseite des Unterschenkels. Frauen sind wesentlich häufiger als Männer von Besenreisern betroffen. Das liegt am genetisch schwächeren Bindegewebe, dass die Ausbreitung der feinen, sichtbaren Venen begünstigt.

Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Der häufigste Grund ist ein permanent erhöhter Druck in den Gefäßen. Dazu kommt es beispielsweise bei häufigem oder chronischem Bluthochdruck. Auch die eingangs erwähnte genetische Zusammensetzung des Bindegewebes  bei Frauen ist bestimmend. Zuletzt gelten Nikotin- und erhöhter Alkoholkonsum als weitere Faktoren, da beide Stoffe die Blutgefäße angreifen und Gefäßwände poröser werden lassen. Eine Veränderung im Hormonhaushalt, wie sie unter anderem bei einer Schwangerschaft auftritt, kommt ebenfalls als Ursache in Frage. Sogar die eigene Alltagsgestaltung spielt eine Rolle. Übergewichtige Menschen oder solche, die sich länger und häufiger in stehender oder sitzender Position befinden, verfügen über einen verlangsamten Blutstrom in den Venen, was die Besenreiser begünstigt und sich häufig daran zeigt, dass sich die Beine am Abend geschwollen oder schwer anfühlen.

Um dem vorzubeugen ist es hilfreich möglichst viel zu laufen oder zu gehen und zwischendurch die Beine zur Entlastung hoch zu legen.

Risikofaktoren die zu Besenreisern führen

Die Diagnose von Besenreisern fällt einem Mediziner normalerweise sehr leicht, da sich die feinen, netzartigen Adern bereits mit dem bloßen Auge erkennen lassen – und Betroffene in der Regel genau deshalb den Arzt aufsuchen. Der Hausarzt kann folglich bereits eine verlässliche Diagnose für Besenreiser erstellen, zur Behandlung oder für spezifische Diagnostik ist ein Facharzt für Phlebologie aufzusuchen. Dieser wird sich im Zuge seiner Anamnese auch mit den typischen Risikofaktoren der Besenreiser befassen und feststellen, ob und in welchem Umfang diese zutreffen. Die Anamnese durch den Facharzt beschäftigt sich unter anderem mit:

  • dem Alter
  • Angewohnheiten zum Rauchen oder dem Genuss von alkoholischen Getränken
  • bereits bekannten Erkrankungen vom Bindegewebe
  • einer eventuelle seit kürzlich bestehenden Schwangerschaft oder anderen Gründen für Veränderungen im Hormonhaushalt
  • ob Besenreiser bereits innerhalb der Familie bekannt sind
  • wie störend diese empfunden werden oder ob sogar Schmerzen wahrgenommen werden.

Der Facharzt untersucht die betroffenen Stellen dann genauer. Dabei wird besonders darauf geachtet, ob Verfärbungen oder Schwellungen mit bloßem Auge erkennbar sind. Soll auch die Wahrscheinlichkeit von darunter liegenden, bereits existenten Krampfadern ausgeschlossen werden, wird eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) durchgeführt.

Das Röntgen der Gefäße ist ebenfalls denkbar. Beide Varianten erlauben direkte Rückschlüsse auf den Blutfluss und damit auch die Intensität der Besenreiser.

Behandlung durch den Arzt

Zu schmerzhaften Zuständen kommt es nur selten, oft empfinden Betroffene Besenreiser aber aus ästhetischer Sicht als so störend, dass sie diese gern entfernen lassen möchten. Weil Krankenkassen eine solche Behandlung durch den Arzt als rein kosmetisch bedingten Eingriff einstufen, müssen die Kosten selber getragen werden. Ein Arzt kann Besenreiser entweder mit einem Laser oder mit einer Blitzlampe (mit „intensed pulsed light [IPL]) entfernen.

Eine weitere Alternative wäre die Verödung. Unabhängig der gewählten Behandlungsmethode sind im Regelfall mehrere Sitzungen notwendig. Das tatsächliche Ergebnis lässt sich zudem erst rund zwei Monate später beurteilen, normalerweise müssen bis dahin, vor allem bei der Verödung, Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Mit Sport Besenreisern vorbeugen

Eine eigens durchgeführte, vollständige Behandlung ist nicht möglich. Besenreiser können aber zumindest in ihrer Intensität reduziert werden. Hierfür empfehlen sich die gleichen Tipps, welche sich schon bei der Prävention bewährt haben. Die Beinmuskulatur stärkende Sportarten sind sowohl vorbeugend als auch behandelnd empfehlenswert, darunter vor allem Fahrradfahren, Laufen oder Schwimmen.

Eine gesunde Ernährung und Massagen sowie Wechselduschen können ebenfalls die Durchblutung fördern und wirken sich deshalb positiv in der Behandlung und Prävention aus. Gleiches gilt für Kompressionsstrümpfe, welche die Venen von außen komprimieren. Sie zeigen aber lediglich in der Prävention einen Effekt und wirken sich nicht lindernd auf bereits existente Besenreiser aus.

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

Schreibe eine Antwort