Adrenalin als Treibstoff für den Körper
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Adrenalin –Treibstoff für den Körper

Normalerweise verhält sich das Hormon Adrenalin eher unauffällig. Es geht im Körper seiner Arbeit nach und macht keine Probleme, aber wenn der Körper unter Stress gerät, dann zeigt das Adrenalin, was in ihm steckt, dann wird es zu einer Art Treibstoff, der dem Organismus kräftig einheizt. Signalisiert das Gehirn, dass Gefahr im Verzug ist und dass sich der Körper zum Kampf oder zur Flucht bereit machen soll, dann schlägt die große Stunde des Hormons und es mobilisiert seine Kräfte.

Aber was genau ist Adrenalin eigentlich, wofür wird es gebraucht, wann wird es aktiv und wie macht sich es sich bemerkbar?

Wieso wird Adrenalin ausgeschüttet?

Adrenalin ist ein Hormon, das in der Nebenniere gebildet wird und das immer dann ins Blut ausgeschüttet wird, wenn Sie mit einer stressigen Situation konfrontiert werden. Nehmen wir einmal an, Sie haben eine Einladung zu einer Halloween-Party und der Gastgeber öffnet die Haustür als gruseliges Monster. Natürlich wissen Sie, dass es sich um eine Maskerade handelt, aber Sie erschrecken sich trotzdem.

In diesem Moment, wo Sie sich erschrecken, kommt das Adrenalin ins Spiel, das Gehirn nimmt im Bruchteil einer Sekunde die Bedrohung wahr, aktiviert das Adrenalin, das dann in die Blutbahn gelangt.

Jetzt ist Ihr Körper kampfbereit und es wird gleichzeitig ein Fluchtreflex ausgelöst, Sie entscheiden sich in nur einem Augenblick für eine der beiden Optionen. Allerdings beruhigen Sie sich in dieser speziellen Situation natürlich sehr schnell wieder, Sie begrüßen den Gastgeber, gratulieren ihm zu seinem fantasievollen Kostüm und freuen sich auf eine tolle Halloween-Party.

Welche Auswirkungen hat eine Adrenalin Ausschüttung?

Adrenalin ist so etwas wie ein Frühwarnsystem, welches den ganzen Körper auf Trab bringt. Eine Adrenalin Ausschüttung macht sich immer bemerkbar, denn in diesem Moment:

  • steigt der Blutdruck
  • wird die Herzfrequenz gesteigert
  • erweitern sich die Bronchien
  • fällt das Atmen leichter
  • werden Fettreserven abgebaut
  • weiten sich die Pupillen

Die Schweißproduktion wird ebenfalls angekurbelt, denn Ihnen bricht im wahrsten Sinne des Wortes der Angstschweiß aus und auch der Speichelfluss wird deutlich erhöht. Mit der Adrenalin Ausschüttung setzt der Körper viel Energie frei, daher steigt auch Ihr Blutzuckerspiegel rapide an.

Wie lange dauert der Adrenalin Schub?

In der Regel dauert das Erschrecken nur weniger als eine Sekunde, aber in diesem so kurzen Augenblick spüren Sie sehr deutlich, wie das Adrenalin Ihren Körper verändert. Ist die Schrecksekunde wieder vorbei, dann wird die Atmung ruhiger, Ihr Herz schlägt wieder im normalen Takt und da das Schwitzen vorbei ist, fällt auch die Körpertemperatur wieder. Ist die Gefahr vorbei, dann signalisiert das Gehirn dem Adrenalin, dass es die Ausschüttung beenden kann, Sie werden wieder ruhiger.

Es gibt allerdings Stresssituationen, die nicht nach wenigen Sekunden wieder vorbei. Kommt es zu einer dauerhaft stressigen Situation, dann wird nicht nur Adrenalin, sondern auch Noradrenalin ausgeschüttet. Das führt auf Dauer zu einem ständig erhöhten Blutdruck und das Herz wird überlastet. In der Folge lassen die Abwehrkräfte nach und Sie müssen sich eine längere Pause gönnen, um Ihren Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Was löst einen erhöhten Adrenalinwert aus?

In der Regel sind es Stress und Angst, die den Adrenalinpegel nach oben schnellen lassen, aber es gibt noch eine Reihe von anderen Auslösern, die das Stresshormon aktivieren. Zu diesen Auslösern gehören:

  • ein krankhaft erhöhter Blutdruck
  • Unterzuckerung
  • übermäßiger Alkoholgenuss
  • zu viel Kaffee
  • bestimmte Medikamente

Besonders Angstpatienten leben immer mit der Gefahr, dass ihr Adrenalinwert zu hoch ist. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, dass diese Patienten leistungsfähiger sind und gelassener mit Stresssituationen umgehen können, nur weil ein Adrenalinschub kurzzeitig für eine positive Veränderung im Körper sorgt.

Eher das Gegenteil ist der Fall, denn Menschen, die permanent mit dem Gefühl der Angst leben, werden vielfach körperlich schwer krank, da Körper und Geist ab einem bestimmten Moment nicht mehr im Einklang sind. Wenn der Geist dem Körper ständig signalisiert, dass Gefahr droht, dann wird der Körper eines Tages reagieren und sich „krank melden“.

Kann der Adrenalinspiegel gemessen werden?

Den Adrenalinspiegel korrekt zu messen, ist für den Arzt nicht ganz so einfach, denn viele Patienten bekommen schon eine Panikattacke, wenn sie eine Spritze nur sehen, was natürlich den Adrenalinwert in die Höhe treibt. Daher gibt es für die Bestimmung des Spiegels eine besondere Methode.

Wie hoch die Konzentration des Adrenalins im Blut ist, das wird im Blutplasma gemessen. Vor der Blutabnahme muss der Patient für eine halbe Stunde ruhig liegen, dann bittet der Arzt seinen Patienten, schnell aufzustehen, da in diesem Moment das Adrenalin im Blut um 50 bis 100 % steigt. Dann wird die Kanüle in die Vene gestochen und fixiert, anschließend muss der Patient für weitere 30 Minuten ruhen. Auf diese Weise kann der Adrenalinspiegel, der kurz vor dem Schmerz der Blutabnahme hoch war, wieder sinken und der Arzt bekommt einen zuverlässigen Wert.

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