Botenstoffe des Glücks: Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, Endorphin
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4 Botenstoffe des Glücks: Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, Endorphin

Zugegeben, die Vorstellung ist nicht wirklich romantisch: Ein Chemiecocktail in unserem Gehirn steuert unser Wohlbefinden, unsere Laune, unser Glücksgefühl, unsere Wahrnehmung und vieles mehr. Dennoch ist es äußerst faszinierend, wenn man bedenkt, dass rund hundert Milliarden Nervenzellen in unserem Gehirn mittels elektrischer Impulse, bzw. Botenstoffe miteinander kommunizieren. Diese Botenstoffe nennt man auch Neurotransmitter. Es gibt eine große Vielfalt dieser Botenstoffe, wir stellen Ihnen heute die vier wichtigsten für Ihre Stimmung vor.

Dopamin

Dieser Botenstoff fällt uns vor allem dann auf, wenn er in geringer Konzentration vorhanden ist. Dopamin steuert unseren Antrieb, unser Interesse, unseren Tatendrang. Es verschafft uns die Energie, anzupacken, um Ziele zu erreichen, was uns letztendlich glücklich macht. Dopamin „stößt“ uns mit der Nase auf alles Angenehme, Schöne, Interessante, Fantasievolle…

Menschen mit einem erhöhten Dopaminspiegel neigen zu exzessivem Verhalten, sei es nun Drogenkonsum, Sex, Impulsivität oder/und Extrovertiertheit. Auch bei Patienten mit Psychosen oder Schizophrenie findet man eine außergewöhnlich hohe Dopamin-Konzentration. Ähnlich lässt sich auch die Wirkung von Kokain und Amphetaminen erklären, denn diese Drogen sorgen für einen Anstieg des Dopaminspiegels.

Das Problem ist, bei einem Mangel an Dopamin machen wir genau das Gegenteil… nämlich nichts. Es beherrscht uns massive Antriebs-, Interesse- und Lustlosigkeit, die auch Symptome für Depressionen sein können. Relevant ist ein Dopaminmangel auch im Gehirn von Parkinsonpatienten. Die krankheitstypischen Bewegungsstörungen entstehen, wenn Bewegungsimpulse nicht mehr richtig weitergeleitet werden.

Da ein Dauerhibbeln durch Dopamin auf Dauer doch ganz schön anstrengend ist, hat sich die Natur einen tollen Gegenspieler einfallen lassen:

Serotonin

Serotonin dient nämlich dazu, die Psyche zu stabilisieren. Es sorgt für Gelassenheit, Harmonie und Zufriedenheit. Serotonin ist an unserem Essverhalten beteiligt, denn es steuert unser Sättigungsgefühl. Außerdem dämpft es eine Reihe für uns unangenehmer Gefühle: Angst, Kummer, Sorgen, aber auch Aggressionen.

Ein Mangel an Serotonin wird bei unterschiedlichen psychischen Erkrankungen festgestellt: Angststörungen, Depressionen verschiedener Ausprägung, Zwangsstörungen. Zu deren Behandlung werden oftmals selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) eingesetzt (z.B. Citalopram, Fluoxetin oder Sertralin).

Allerdings wirkt sich auch ein Zuviel an Serotonin negativ auf unsere Gesundheit aus: Unruhe, Angst, Erregtheit, Zittern und Muskelzucken können die Folge sein. Meist entsteht ein sogenanntes Serotoninsyndrom als Folge einer Arzneimittelinteraktion.

Zu einem höheren Serotoninspiegel können wir uns selbst verhelfen, indem wir auf mehr Bewegung setzen. Unter uns gesagt, auch ein Stück Schokolade essen erfüllt diesen Zweck, da der hohe Kohlenhydratgehalt die Serotoninbildung im Gehirn stimuliert.

Noradrenalin

Um in unserem Nebennierenmark und Kleinhirn Noradrenalin herstellen zu können, braucht es Dopamin und ein Enzym. Dieser Neurotransmitter steuert unsere Wachheit und unsere Aufmerksamkeit, und ist eng mit dem Adrenalin verwandt.

Wird ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bzw. Hyperaktivitätssyndrom festgestellt, werden oftmals Medikamente verabreicht, die den Dopamin- bzw. Noradrenalinspiegel heben.

Noradrenalin ist ebenfalls ein wichtiges Arzneimittel in der Intensivmedizin, und wird unter anderem bei Hypotonie (niedriger Blutdruck), sowie anaphylaktischer, septischer oder kardiogener Schockreaktion verabreicht.

Endorphin

Endorphine sind als körpereigenes Morphin, also Schmerzkiller, bekannt. Sie werden in unserer Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, produziert. Größere Mengen von Endorphinen werden vor allem in Extremsituationen ausgeschüttet, zum Beispiel bei einer schweren Verletzung oder während einer Geburt. Auch positiver „Nervenkitzel“ führt zu gesteigerter Endorphinausschüttung, zum Beispiel bei Sportarten wie Bungee Jumping oder Drachenfliegen. Weniger aufregend, aber ebenfalls effektiv ist Yoga oder Meditation.

Endorphine können aber noch weit mehr als „nur“ Schmerzen dämpfen: Sie wirken beruhigend, stärken die Abwehr, sorgen für besseren Schlaf, nehmen Stress, und machen ein heiteres Gemüt.

Eine einfache, aber wirkungsvolle Art, um Glückshormone auszuschütten ist herzhaftes Lachen. Wussten Sie, dass in 20 Sekunden Lachen gleich viele Endorphine produziert werden, wie während 5-minütigem Rudern?

Aber auch beim Endorphin gilt: Mehr ist nicht gleich mehr. Unser Körper gewöhnt sich bei regelmäßigem Training nämlich recht schnell an sein „Dopingmittel“. Um den Bedarf zu stillen, werden immer längere Trainingseinheiten notwendig. Muss man den Sport allerdings eines Tages aufgeben, wird der psychische Zustand darunter leiden in Form von depressiver Verstimmung. Also, da der Endorphin-Kick Suchtpotential hat, achten Sie auf ein gesundes Mittelmaß!

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